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Angst vor Schmerzen im Sterben? lautete der Titel des Vortrags von Frau Dr. med. Nicola Pfeil, Fachärztin für Innere Medizin und internistische Onkologie und Palliativmedizin, den sie am 15. November beim Eutiner Hospizgespräch der Hospizinitiative Eutin in der Kreisbibliothek hielt.
Der Vortrag, in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kreisbibliothek, kam bei den Zuhörerinnen und Zuhörern - nicht zuletzt wegen der absoluten Kompetenz und Empathie der Referentin für die Thematik - ausgezeichnet an.
Zunächst präsentiere Frau Dr. Pfeil eine Reihe von Ergebnissen einer bundesweiten Umfrage zum Thema „Die Angst vorm Sterben". Dabei wurden u.a. die Angst vor starken Schmerzen oder schwerer Atemnot beim eigenen Sterben und ein langer Sterbeprozess als besonders beängstigend genannt. Deutlich wurde auch, dass fast 75 % der Befragten den Einsatz schmerzlindernder Medikamente, auch wenn sie eventuell das Leben verkürzen, befürworten.
Die Referentin handelte die Begriffe: Passive Sterbehilfe, Indirekte Sterbehilfe, Assistierter Suizid und Aktive Sterbehilfe ab, wobei die Aktive Sterbehilfe in Deutschland verboten und strafbar und der Assistierte Suizid rechtlich problematisch ist.
Bei Patienten mit Tumorerkrankungen und fortgeschrittenen neurologischen Erkrankungen sind Schmerzen mit 60 – 80 % die häufigsten Aufnahmegründe für eine stationäre Behandlung.
90 % der Schmerzen können durch gute Schmerztherapie, die sich an den Prinzipien der Weltgesundheitsorganisation orientieren, auf ein erträgliches Maß gelindert werden.
Frau Dr. Pfeil erläuterte dann die verschiedenen Stufen einer Schmerztherapie und stellte die komplexe Problematik des Tumorschmerzes, auch im Sinne des „Total Pain" - Konzeptes dar.
Wie wichtig für einen Sterbenden das Umfeld aus Angehörigen, Freunden, Ärzten, Pflegekräften, Hospizinitiativen, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern, Psychologen, Seelsorgern, und Pflegetherapie sind, wurden erläutert.
Frau Dr. Pfeil schloss ihren mit langanhaltendem Beifall und interessierter Fragerunde zu Ende gehenden Vortrag mit einem Zitat - unbekannter Quelle -, welches sie einmal gelesen hat:
„Mögest du die zukünftige Welt nicht wie ein fernes fremdes Land betrachten, sondern wie eine Heimat, die dich in Geborgenheit umfassen, behüten und aufheben will."
Annegret Pistol

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